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WiP—4DoW: Langeweile

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Ein Versuch des inkrementellen Schreibens.
WIP: (eigentlich) ›Work In Progress
WiP: (steht hier für) ›Words in Progress
DOW: (eigentlich) ›Day Of (The) Week
DoW: (steht hier für) ›Days of Words
Zahl vor DoW: (zeigt die) Summe der Tageseinträge (auf) 
[bis der Text vollendet war oder beendet wurde]

Jeder neue Tag schenkt uns eine Erkenntnis, die wir in den nächsten mitnehmen. Dieser Tag offenbarte mir etwas, das gewiss nicht neu für mich war. Die eigene Faulheit zwingt mich zu resignieren und die Beobachtung lehrt mich: Ich bin ein Meister der Prokrastination. Ich verschiebe Dinge von einer Tagesstunde zur nächsten, bis in den späten Abend und danach letztendlich in die bevorstehende Nacht. Darin bin ich wirklich gut. Garantiert kein Meister, wie ich schrieb, eher ein Könner durch Willenskraft und mit Überzeugung. Ich weiß, es gibt da draußen zahlreiche Leute, die das ähnlich beherrschen, was mich ein klein wenig traurig stimmt. Der Umstand der billigen und zu billigenden Kunst des Hinauszögerns an sich macht mich, um das glasklar darzustellen, überhaupt nicht unglücklich. Wie das die anderen Geister sehen, die dem ebenfalls nachkommen, weiß ich nicht. Es interessiert mich auch nicht. Und das ist wahrlich eine Ansage, denn ich bin oft schnell für irgendetwas, und sei es was gänzlich Neues, begeistert oder zu begeistern. Darüber zu schreiben, ödet mich indes enorm an. Weshalb sollte ich also fortsetzen? Ich weiß es nicht. Ich meine, ich könnte es, doch will ich es? Ich denke nicht. Ich würde es nur tun, wenn mir langweilig wäre. Eventuell sollte das die Aufgabe sein: die Langeweile. Nein! Der Begriff gefällt mir nicht. Fadesse klingt gut, damit kann aber niemand etwas anfangen. Sag ich einfach mal so. Ennui, die geistige Erschöpfung, trifft es bei Weitem nicht. Tristesse hat mehr etwas mit Trauigkeit ohne Trost zu tun. Ich drehe Däumchen und es ist mir einerlei. Ach egal, nennen wir es geradlinig und bleiben wir bei meinem eigenen ›Dislike‹-Kompositum ›Langweile‹, nicht für eine kurze Weile, sondern für eine lange, aber doch keine ständige, immerwährende. Das finde ich annehmbar, mehr oder weniger, und doch nicht akzeptabel. Sei es drum. Um die Langeweile soll es gehen.

– Freitag, 23.06.2026 (gespeichert und 23:23 Uhr) –


Ich habe mich entschieden erst wieder fortzusetzen, wenn ich das nächste Mal das Wort ›Langeweile‹ vernehme. Die Adjektivnutzungen ›langweilig‹ oder ›gelangweilt‹ gelten ebenso wie jede Form von Synonymen. Auch die Zuhilfenahme von Anglizismen lasse ich durchgehen, selbst wenn ich zufällig das Lied Lazy Daisy von Peter Maffay hören würde. Deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass es morgen weitergehen wird. Heute ist mir die Sache zu dröge, das Thema erweckt in mir den Eindruck fade zu erscheinen und ich gönne mir eher einen Fado in einer abkühlenden Sommernacht. Als Cooling Break soll mir ein kühles Blondes dienen. Monoton darf musikalischer Kummer gerne zugeben sein, niemals nie aber eintönig. Schwitzige Euphorie mit der thermischen Entropie! Wo ist eigentlich das ›sic‹, wenn man es sucht oder gar vermisst?

– Mittwoch, 24.06.2026 (gespeichert und 21:27 Uhr) –


Besitzt man alte oder verbrauchte Fetzen, kennt man es. Kauft man schlechte oder mangelnde Stoffe, muss man nicht lange darauf warten. Die Substanz beginnt zu bröckeln, der Volksmund ruft auf zum ›F-Wort‹ und kennt womöglich nicht einmal die Bedeutung dahinter. Fadenscheinige Klamotten sind durchschaubar, ergo nicht blickdicht. Klar ist, sie müssen weder alt, verbraucht, schlecht oder mangelhaft sein. Fadenscheinige Stoffe herzustellen, ist sogar sehr aufwendig (bzw. aufwändig), selbst wenn man sie künstlich auf alt ›trimmt‹. Ist dieser kurze Text ähnlich wie eine diskursive Nebelkerze, ein kommunikatives Störfeuer der Verwirrung oder dient es mir eigens für ein Schwedenfeuer, um nach einer rettenden Hilfe zu rufen? ›Eine eigene Meinung zu haben ist völlig legitim, aber nur zu sagen, dass etwas 'fadenscheinig' ist, ist kein Argument.‹ So las ich das jüngst in einem YouTube-Kommentar. Da ging es um eine geäußerte Kritik, die unbegründet blieb und sachlich schlecht daherkam. Statt Bezug zu nehmen und auf die Inhalte einzugehen, wurden hier reine Abwertungen präferiert, in meiner Auffassung jedenfalls. Langeweile wird damit auf keinen Fall befördert, sondern geradezu ausgehebelt. Und ja, wo ist eigentlich das ›sic‹, wenn man es sucht oder gar vermisst? Und ist heute nicht wohl Sabbat? Oje, oh ja. Shit.

– Samstag, 27.06.2026 (gespeichert und 00:08 Uhr) –


Wenn ein Mann kurze Shorts trägt, kommt er sich vielleicht vor wie ein kleiner Charlie Harper. Meine Empfehlung dazu: Trage Badehose(n) und lese nur dann weiter, wenn dir extrem langweilig ist. Allgemein empfehle ich stets meine Blogposts bei Langeweile. Ob das als ein positiver Ratschlag zu werten ist, mag von Fall zu Fall variieren. Ich schreibe diese spärlichen Zeilen tatsächlich aus Langeweile. Mit mir (alleine) ist es mir zwar nicht (wirklich) langweilig, doch manchmal verfolge ich Dinge, die es nicht wert sind, meine volle Aufmerksamkeit abzuverlangen. Soeben ist es ein Fußball-WM-Spiel, das eigentlich gar nicht so schlecht ist. Keine Sorge, ich gehe nicht näher darauf ein. Oft sind es dagegen YouTube-Videos, bei denen es genügt, wenn man zuhört. Auch hierzu würde ich gerne auf verspielte Details verzichten. Es ist ohnehin jetzt Halbzeitpause. Der Moderator sagte gerade, dass es nicht unbedingt die unterhaltsamste Partie war, die man bisweilen sah. Finde ich nicht. Doch bezugnehmend auf die Gruppe, mag er schon recht haben. Da gab es zumindest ein Spiel, das sich deutlich ›unterhaltsamer‹ präsentierte. Wie auch immer und gute Idee. Ich will mit der Prosa spielen, nur ein klein wenig. Zurück im Erzähltext also! Auf, auf! Nach einem Absatz. Den gönn ich mir.
Halftime Break. Ich nutze die Gunst der Stunde und ziehe mir sogleich auf YouTube [von Google] ein Video über ein Outdoor-Handy rein. Ich klicke jetzt auf das Thumbnail. Das Wunder meiner Internetverbindung bringt mir den Erfolg in bewegten Bildern. Ein sehr interessantes Opening, ganz so wie ich es von diesem Kanal gewohnt bin. Ich glaube, ich werde der Sache ein wenig mehr Hingabe widmen. Der Dude war nämlich bis vor einem Jahr ähnlich gepolt wie ich, frei nach dem Kredo: Smartphones – interessieren mich nicht [RASF]. Womöglich ist das Video gesponsert, bestimmt ist es das, warum auch nicht? Es ist mir absolut einerlei, denn der Typ liefert konstant 1A-Content ab. Da ist es mir echt schnuppe, wovon der letzten Endes quatscht. Sein Gefasel ist allemal besser als die nachgereichten Nachrichten aus dem ÖRR und die Halbzeitbesprechung von irgendwelchen (selbsternannten) Experten. Jetzt ist es eine Minute nach Mitternacht. Der erste Tag der Woche [Sonntag] begann allerdings bereits mit dem Sonnenuntergang. Ich glaube, ich gehe mal meine Nase pudern und setze anschließend fort. Ich erwarte einen Strahl in astreiner heller Farbqualität ohne jegliche gelbe Einstiche.
Da bin ich wieder – und ich wurde nicht enttäuscht –, die 2. Hälfte läuft, das Video zur Bewerbung eines mobilen Outdoor-Telefons musste ich zwangsläufig nach 2/3 Watch Time unterbrechen. Fußball geht vor. Ich finde, dass das Trikot der gegenwärtig in Rückstand liegenden Mannschaft das schönste von allen bei der dieser Weltmeisterschaft ist. Die pinken Schuhen passen in der Tat nicht dazu. Glücklicherweise trägt nicht jeder Spieler solche ›Augenkrebserzeuger‹, die so gar nicht matchen wollen mit den Farben der Sportbekleidung. Insbesondere Schiedsrichter tragen das gewohnte Schwarz am Fuß. Der bekannteste Akteur auf dem Feld trägt im Übrigen blau, was perfekt zu den Akzenten des Tenue derer Landesfarben passt. So darf es sein. Der Dirigent des führenden Teams vertraut auf Schwarz – und er fällt damit auf, vor allem für Laien.
Spätestens jetzt ist niemand mehr dabei – 100 pro! Deshalb wäre es angebracht, meine Niederschrift ruhen zu lassen. Ich ziehe mir noch einen ›Nuttenstängel‹ von Reemtsma rein und sinne dem eigenen Feierabend entgegen. Ein guter, ein ausgezeichneter Plan. Der Hydration Break steht für mich sinnbildlich für das Ende. Ich denke, ich brauche (es – das Ding um die Langeweile –) hier nicht fortzusetzen. Das Thema habe ich, wie gewohnt, komplett verfehlt. Morgen wäre es sicherlich nicht anders, lediglich die Erkenntnis daraus, die wäre neu. Und möglicherweise auch die Prosa.

– Sonntag, 28.06.2026 (gespeichert und 00:31 Uhr) –


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