Gastbeitrag: Katharsis!?
Social Media (Pt. 45)
Überfällig ist die Zeitlosigkeit – und sollte ein solch experimenteller Feldversuch ferner sich in glückseliger Prosa zugegeben haben, so hat ein zweideutiges ›eindeutig‹ hinter der erfundenen Begrifflichkeit ›Überfälligkeit‹ dessen ungeteilte Daseinsberechtigung allemal verdient.
Unausgewogene Sätze schädigen jenen Gastbeitrag mit gewaltiger Sicherheit immens. Daher schweige ich sogleich. Lassen wir es zu, uns seelisch und geistig zu reinigen!?
Unausgewogene Sätze schädigen jenen Gastbeitrag mit gewaltiger Sicherheit immens. Daher schweige ich sogleich. Lassen wir es zu, uns seelisch und geistig zu reinigen!?
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Katharsis!?
Von Frank-Reg. Wolff
Was für eine herrliche Stimmung am Sonntagmorgen! Viele liegen noch in den Betten und die anderen Art- & Zeitgenossen sind in ihrer großen Masse ›entschleunigt‹, noch nicht auf Sendung – der Äther ist nur von wenigen belebt. So müsste das Leben jeden Tag sein!
Gemessen am allgemeinen Niveau unseres materiellen Wohlstandes müssten wir alle glückliche Menschen sein – leider ist dem nicht so. Ich erspare mir aus ›Zeitgründen‹ hier näher auf die ›Augenblicksnatur‹ des Glückes an sich einzugehen und die jeweilige Glücksfähigkeit eines Menschen, die auf der anderen Seite auch seine Leidensfähigkeit einschließt. Wie gesagt, darüber ließe sich viel sagen & schreiben und ich erspare uns dies hier aus ›Zeitgründen‹!
Die beschleunigte Zeit
Eines der Hauptprobleme liegt neben der Existenzangst im Zeitdruck und dem daraus resultierenden Zeitmangel. Je schnelllebiger das persönliche Leben wird, desto größer wird in der Regel der Zeitmangel. Der lang verklungene Stoßseufzer einer Fließbandarbeiterin war: ›Mein Leben verläuft!‹ Wie leicht kann man sich im Leben verlaufen! Wer ist schon Herr (Frau?) seiner Lebenszeit, die andere für uns verplanen. Wollen Sie daran etwas ändern, auch wenn Sie meinen es lässt sich ohnehin nichts daran ändern, dann darf ich Ihnen sagen: Versuchen Sie wenigstens im Geiste dem Problem auf den Grund zu gehen! Vielleicht ändert sich dann Ihre vermeintlich hoffnungslos anmutende Einstellung gegenüber dem Verlauf Ihres persönlichen Lebens. Nein, ich schreibe hier keinen Ratgeber, davon gibt es schon mehr als genug, mir liegt mehr daran sich aus Selbst- und Welterkenntnis besser dem Leben gegenüber (auch dem eigenen!) zu verhalten. Im Prinzip haben wir es mit einem Paradox zu tun, d. h. das Leben hat sich mit dem Beginn der technischen Moderne, sagen wir mit der Erfindung der Dampfmaschine verändert. Damit ging die Beschleunigung langsam los und damals, als die erste Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth mit ca. 30 km/h fuhr, war man sich noch nicht sicher, ob ein solches Tempo nicht gesundheitsschädlich sei? All die technischen Erfolge der fortschreitenden technischen Moderne, vor allem durch die rasante Entwicklung von Transport- und Fortbewegungsmitteln, in der Produktion von Gütern und in der Kommunikation – was an sich zu einem massiven Zeitüberfluss hätte führen müssen. Dem war kurioserweise nicht so, da wir tatsächlich eine gegenläufige Entwicklung antreffen und die einer (Er-)Klärung bedarf. Zuerst muss ich mich in gewisser Weise selbst berichtigen, d. h. ich schrieb eingangs ›Je schnelllebiger das persönliche Leben wird, desto größer wird in der Regel der Zeitmangel‹, was nicht ganz richtig ist. Tatsächlich entsteht die Zeitknappheit nicht durch, sondern trotz der Beschleunigung. Durch die Zuwachsraten an Zeit resultierend aus den Mitteln und Möglichkeiten der technischen Moderne ergab sich folgendes Phänomen: Wenn ich mich doppelt so schnell bewege wie in früheren Zeiten, dabei aber dreimal längere Strecken zurücklege, weil zum Beispiel die Arbeits-, Ausbildungs- und Handelswege heutzutage viel länger sind, brauche ich trotz so gestiegener Geschwindigkeit mehr Zeit für die Reise oder den Transport. Gleiches gilt für die Güterherstellung und für die Kommunikation. Ein gutes Beispiel ist dafür der Mailverkehr, d. h. wenn ich heute eine E-Mail viel schneller schreiben und versenden kann als früher einen handgeschriebenen Brief, dafür aber wesentlich mehr davon lesen und verschicken muss, dann wird der für diese Kommunikation verwendete Zeitaufwand trotz des technischen Fortschritts massiv steigen. Aus der Ökonomie kennen wir den Begriff des ›Rebound-Effektes‹, der sich u. a. dadurch äußert, dass große Ressourcen- oder Energieeinsparungen keineswegs eine positive Verbrauchsbilanz mit sich bringen. Ich schrieb früher schon an dieser oder anderer Stelle, dass ich sehr bewusst mit dem Internet umgehe, da dies schnell zum Zeitfresser wird, um nicht zu sagen zum Suchtfaktor! Der Anstieg an ADS & ADHS hat sicherlich auch mit der schönen neuen Welt des Internets zu tun, dass immer mehr zu einer Ersatzwelt für Menschen geworden ist, die nur noch wenige oder keine echten Kontakte mehr zu ihrer Mitwelt haben. Dabei kommt es auf das direkte Miteinander, d. h. echte Resonanzbeziehungen an, an denen ich selbst zu wachsen und die Welt zu verstehen lerne. Wenn ich jedoch nicht mehr in der Lage bin die Tore des persönlichen Internetzugang zu regulieren und diese im Wachzustand permanent geöffnet habe, lasse ich auch all den geistigen Müll permanent an mich heran – was nicht ohne Beschädigung meines eigenen Geistes und meiner geistigen Abwehrkräfte bleibt! Leider kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieses Problem von hoher gesellschaftlicher Relevanz ist und dass sich die Politik nur ungern regulativ damit auseinandersetzen will! Durch das erfolgreiche Buch ›Digitale Demenz‹ des Psychiaters Manfred Spitzer, der auch einer der bedeutendsten deutschen Hirnforscher ist, wurde diese digitale Demenz-Problematik überhaupt erst einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Spitzer wurde dafür auch wegen dieses kontroversen Begriffes der ›Digitalen Demenz‹ angegriffen und sagte in diesem Zusammenhang, dass der Begriff nicht von ihm selbst stamme und tatsächlich vor fast 20 Jahren von südkoreanischen Ärzten geprägt wurde. Diese bezeichneten damit die Beschwerden junger Männer, wie Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnisprobleme, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen und Depressionen, die sich vor allem durch einen sehr häufigen Gebrauch digitaler Medien auszeichneten. Spitzer hat selbst den Begriff ›Demenz‹ beibehalten, weil es ihm um die langfristigen Folgen des digitalen Missbrauchs geht! Aber davon wollen viele nichts wissen und ich kann mich noch an eine perfide Tabakwerbung erinnern, wo mit dem Slogan ›Ich rauche gern!‹ Zigarettenwerbung betrieben wurde. Dieser Werbeslogan ließe sich leicht auf das zuvor beschriebene Internetproblem übertragen:
›Ich surfe gern!‹
Sucht und Verdrängung gehen hier Hand in Hand und es gibt immer den oder die lachenden Dritten, deren Geschäftsmodell auf diesen Abhängigkeiten basiert! Mit anderen Worten: Wie werden die digitalen Geister nicht mehr los, die heute das Leben eines großen Teils der Erdbevölkerung bestimmen – Tendenz weiter steigend! Ich habe jetzt einen Teil der Problematik nur angerissen und es ließe sich problemlos ein ganzes Buch darüber schreiben, da alles miteinander verknüpft und deshalb ungeheuer komplex ist. Aber wer selbst denken kann, braucht hier nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt zu bekommen, zumal es hier und jetzt ›nur‹ darum gehen soll, wie ich mich selbst ›entschleunigen‹ kann!? Zuallererst gemäß dem alten Sprichwort (welches leider nicht in jedem Fall gilt!): ›Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!‹ Erkennen Sie Ihre persönlichen ›Zeitfressergefahren‹ und fahren Sie ihren ggf. schnelllebigen Lebensstil zurück. Sie müssen es wollen. Ein anderes und sehr treffendes Sprichwort sagt: ›Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe!‹
Gutes Gelingen bei der Neugestaltung Ihres persönlichen Lebens und ich freue mich auch über Feedback! Ansonsten finden Sie auch, wenn Sie meinen Namen googeln, Bücher von mir im Internet-Buchhandel für 7,77 Euro plus Porto!
Herzlichst
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Anmerkungen und Hinweis:
Weitere Texte vom Autor unter https://sinnbuch.blogspot.com/ oder https://thoedol.blogspot.com/.
Auf Facebook findet man ihn unter dem Namen Roderich Reimer (– Link s. a. u.).
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Formeller Disclaimer: Nicht alle Passagen entsprechen meinem Weltbild und wurden dementsprechend von mir bei der Eingabe und der Nachlese nicht geprüft, insbesondere blieben sie unzensiert. Vom Gesamtinhalt kann ich mich daher nur distanzieren und verweise für Rückfragen auf die oben aufgeführte E-Mail-Adresse.
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Original-Textquelle: FB/RR
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https://nachadla.blogspot.com/2026/03/gastbeitrag-katharsis.html
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