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Gastbeitrag: Jeder lebt in seiner eigenen Realität

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 Social Media (Pt. 28)
"Du musst den Leuten die Wahrheit deiner Erkenntnis vorsetzen, auch wenn sie unwahr ist."*

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Jeder lebt in seiner eigenen Realität 
Von Frank-Reg. Wolff

Jeder lebt in seiner eigenen Realität, deshalb erlaube ich mir meine Überlegungen mit einem alten Lieblingswitz einzuleiten: Was ist der Unterschied zwischen einem Neurotiker, einem Verrückten und einem Psychiater? Ganz einfach: Der Neurotiker baut sich Luftschlösser, der Verrückte wohnt darin und der Psychiater kassiert die Miete!
Tatsächlich leben wird in digitalen Zeiten und die Anzahl der "Luftschlösser" bzw. individuellen "Realitäten" hat sich durch die unbegrenzten Möglichkeiten der "Virtuellen Realität" inflationär multipliziert! Heute baut sich jede/r in den unbegrenzten Weiten des World Wide Web seine Luftschlösser und findet virtuelle Mieter dafür, die in Bitcoins bezahlen. Ansonsten zahlen Werbekunden den Rest der Zeche und alsbald ist das virtuelle Unternehmen an der Börse und unter Umständen Milliarden wert. Heute gibt es mehr Geld und "Vermögenswerte" im virtuellen Raum, was früher oder später auch außerirdisches Kapital anlocken dürfte, womit dann ein neues Kapitel des Ausländerhasses aufgeschlagen werden dürfte. Wie ich schon einmal an anderer Stelle schrieb, gilt unser Planet "Terra Titanic" im Universum als Planet der Geisteskranken, sind wir doch der einzige mit "intelligentem" Leben bevölkerte Planet mit dem unzerstörbaren Phänomen des Krieges. Je höher unser zivilisatorischer und technischer Standard sich entwickelte, desto "intelligenter" wurden unsere Kriege und Kriegswaffen! Auch die Zahl der Kriegstoten wuchs damit ins Unvorstellbare und der anstehende 3. Weltkrieg - irgendwann muss er ja kommen - wird dann aller Voraussicht nach in Richtung einer Milliarde Kriegstoter gehen. In den 90er Jahren traf ich auf einem Schriftstellerkongress interessante Geister - z. B. Robert Menasse, Etgar Keret und den US-amerikanischen Romancier Gore Vidal. Letzterer sagte damals vorher dass der 3. Weltkrieg zwischen den USA und China stattfinden würde. Aber der 3. Weltkrieg ist momentan kein Thema und Spekulationen darüber sind zurzeit müßig. Noch hält uns die Pandemie gefangen und ist zu einem monomanischen Thema der Medien und der von ihnen tyrannisierten Bevölkerung geworden - von den PolitikerINNEN nicht zu sprechen... 
Alle klagen, will mir scheinen, allen voran die selbsternannten KünstlerINNEN, denen jetzt die Auftritts- und damit Einnahmemöglichkeit genommen wurde. Nur die Hungerkünstler (ohne das obligate Neusprech-INNEN-Anhängsel) klagen nicht - warum nur? Mann/Frau ist jetzt gänzlich ins digitale Online-mäßig ausgewichen und versucht dort mittels Streaming und dergleichen echtes Geld zu verdienen - was naturgemäß müßig ist und selbst die künstlerische Eitelkeit nur schwerlich befriedigen kann. Wo sind nur meine geliebten Künstler von einst, von Wolfgang Neuss bis Joseph Beuys geblieben, deren Widerspruchsgeist und Weltsicht heute mehr denn je fehlt!? Apropos Joseph Beuys, an dessen Konzept der "Sozialen Plastik" ich mit dem nachstehenden Zitat erinnern möchte: 

"Die Theorie der 'Sozialen Plastik' besagt, jeder Mensch könne durch kreatives Handeln zum Wohl der Gemeinschaft beitragen und dadurch plastizierend auf die Gesellschaft einwirken. Aus dieser Vorstellung entstand die viel zitierte These der 'Sozialen Plastik': 'Jeder Mensch ist ein Künstler', die Joseph Beuys erstmals 1967 im Rahmen seiner politischen Aktivitäten äußerte. Im Gegensatz dazu werden im üblichen Sprachgebrauch Menschen als Künstler angesehen, die auf dem Gebiet der bildenden oder der darstellenden Kunst und der Musik kreativ tätig sind. Sie erschaffen Kunstwerke oder stellen Ideen zu deren Schaffung bereit."**

Wenn wir unsere deutsche Gesellschaft mbH einmal als eine solche soziale Plastik verstehen, dann ist diese durch die Corona-Pandemie und die Pandemie des Digitalen arg in Mitleidenschaft gezogen worden und nur noch eine Karikatur ihrer selbst! Damit kommen wir zum einleitenden Witz über den Neurotiker, dem Verrückten und dem Psychiater zurück. Letzterer hält seine Therapiesitzungen im virtuellen Online-Office ab und überhaupt spielt sich heute alles im virtuellen Raum ab. In virtuellen "Denkfabriken" stehen Online-Arbeiter am virtuellen Band und produzieren Ideen am laufenden Band. Auch die Geldvermehrung findet im virtuellen Raum statt und hat nur noch zu einem klitzekleinen Prozentsatz (unter drei Prozent!) mit Realwirtschaft zu tun. Warum wir nicht alle mittlerweile zu Millionären geworden sind liegt am Verteilungs- und Geldschöpfungssystem und böte genügend Stoff für einen weiteren Essay über die intelligente Dummheit des Homo sapiens. Aber das hebe ich mir für ein anderes Mal auf, habe die Ehre

and best wishes

yours franky

Frank & Family 


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Anmerkungen und Hinweis:
Weitere Texte vom Autor findet man hier: https://sinnbuch.blogspot.com/.
Internetlos empfehle ich bei Interesse sein Erstlingswerk über mich zu ordern: info@nachadla.de.
(Formeller) Disclaimer: Nicht alle Passagen entsprechen meinem Weltbild und wurden dementsprechend von mir bei der Eingabe und der Nachlese nicht geprüft, insbesondere blieben sie unzensiert. Vom Gesamtinhalt kann ich mich daher nur distanzieren und verweise für Rückfragen auf die oben aufgeführte E-Mail-Adresse.
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Joseph Beuys - "Beuys über Beuys" - 'Frühstücksgespräch' mit Walter Smerling und Knut Fischer (Januar 1985). Direktlink YouTube:  https://youtu.be/sQsdNN5IHO8?t=255 (Zeitindex: 4' 14") [24.01.2021].

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