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WiP—4DoW: Nebelwörter

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Ein Versuch des inkrementellen Schreibens.
WIP: (eigentlich) ›Work In Progress‹
WiP: (steht hier für) ›Words in Progress‹
DOW: (eigentlich) ›Day Of (The) Week‹
DoW: (steht hier für) ›Days of Words‹
Zahl vor DoW: (zeigt die) Summe der Tageseinträge (auf) 
[bis der Text vollendet war oder beendet wurde]

Die Jahrhundertfigur – der Liedermacher und singende Träumer – Wolf Biermann empfindet das Wort ›Schicksal‹ als ein Nebelwort. Was man (so) alles erfährt, wenn man sich auf dem Weg ins ›Gym für Alte Gesetzte‹ aufmacht!? Aus Bequemlichkeit fuhr ich (heute Abend) mit dem Auto. [Ausrede an/für mich selbst: Es war mir zu kalt.] Biermanns Stimme lief im Radio, auf Bayern 2, und dröhnte während der Sendung ›Salon‹ monoton in Stereo durch meine Boxen. Ich würde gerne einen Link zu dem erwähnten Gespräch mit Knut Cordsen setzen, aber der ist in 7 Tagen nicht mehr verfügbar. Ich könnte freilich die betreffende Passage herunterladen. Ach nein! Das ist unmöglich. Bayern sind (im Internet) anders (aufgesetzt). Ich müsste es ergo klassisch 1:1 aufnehmen, wie damals Musik auf Kassette, nur im Heute ein klein bisschen digitaler. All das könnte ich. [Ausrede an/für mich: Ich meine, dass das illegal wird, wenn ich es einstelle.] Nebenbei und im Übrigen wurde die Unterhaltung bereits am vergangenen Donnerstag (08.10.2026) geführt, laut BR2-Angaben auf der Literaturbühne der Frankfurter Buchmesse von ARD, ZDF und 3sat. Wer übelstes Interesse hat, kann ja danach googeln oder so. [Ausrede an/für mich: Ich bin zu faul.*]
Nebelwörter mag ich gut und gerne ausschließlich dann (und wann), wenn ich sie selbst heranziehe. Und ich weiß: Sie sind maßgeblich nicht zielführend. Sie sind beinahe stets relativ, gewissermaßen in der Regel, also mit Ausnahmen, vielleicht und eventuell. Sie sind modern und doch sicherlich keineswegs lösungsorientiert. Um ehrlich zu sein, übernahm ich große Abschnitte von einer KI-Antwort, pickte mir die Perlen heraus, warf sie vor die Säue und schweißte alles zu einem abstrakten Kunstwerk zusammen. Irgendein agiler Dude hat darüber bestimmt schon mal einen ganzheitlichen Artikel ausgekotzt. Auch hier hilft die Eigenrecherche ungemein, vielleicht sogar maßgeblich. Ach, nein. Das passt nicht. Kann aber ebenso als ein Nebelwort angewandt werden, das jeden Beweis schuldig bleibt. Ich muss die Tage mal selbst den Denkapparat einstellen, um fancy Nebelwortkandidaten zu finden. Vielleicht interviewe ich mal eine ausgesuchte Zahl an Leuten, die mir tagein, tagaus über den Weg laufen. Heute gönne ich mir erstmal ein Sportlerbier und ziehe mir dabei ein paar nerdige YouTube-Videos rein. Starten werde ich möglicherweise mit der unglaublichen Entwicklung der Klingonen in 60 Jahren Star-Trek-Geschichte** [– oder was halt so mit dem Franchise Star Trek heutzutage befleckt wird, sic!]. Ich komme mir mittlerweile sehr oft wie eine Minderheit in vielen Belangen vor, ohne ein Beispiel näher anzuführen. [Anmerkung an mich: Tat ich das nicht gerade?] Es juckt mich zwar in den Fingern, doch Umschreibungen wie Exil könnten bei Anwendung flexibler Potentiale missverstanden (aufgefasst) werden, obgleich mir das echt einerlei wäre.

– Montag, 12.10.2026 (gespeichert um 23:48 Uhr) –


Wer Buzzwords sucht, ist falsch abgebogen. Lange dachte ich darüber nach, ob ich ein Modewort aus der Moderne heranziehen sollte, um es amateurhaft gekonnt in seine Einzelbestandteile zu zerlegen, auf den Boden der Tatsachen zurückzuwerfen und mit sinnentleerten Worthülsen zur Strecke zu bringen. Jeder hätte das am Ende auf seine eigene Art gefeiert, ganz wie einen Blindtext. Doch was weich gespült werden will, überlebt unbeschädigt keine einzige Hart- oder Kochwäsche. Kann man quasi so darstellen. Eigentlich nicht. Obwohl (jenes) ›quasi‹ tatsächlich als ein zeitloses Füllwort zu sein scheint oder zu gelten haben könnte, das keine Wortgirlande benötigt, um aus der Rolle zu fallen oder hervorzustechen aus einem Sammelsurium von Leerphrasen. Es ist einfach gegenwärtig, quasi ohne einen Berechtigungsschein zu benötigen. Wie, wenn und als ob es nie von der Bildfläche verschwunden gewesen wäre. Locker flockig schleicht es sich ein oder setzt sich ab und an auch mal gerne voran, als ›Quasi-Lösung‹ sozusagen, rein praktisch begutachtet. Angeblich kommt die deutsche Sprache ohne ein ›quasi‹ in all seinen Anwendungsgebieten nicht mehr aus. Gleichwie man es dreht und wendet, der Schein trügt gelegentlich und immer mal wieder. Bitte dranbleiben. Abschalten ist strengstens verboten. Denn ich bin quasi schon durch. Hätte der Zufall ein Quäntchen mehr zu sagen, täte mir das Schicksal als ein ›Schicksel‹ mächtig leid. Welch glückliche Fügung. Quasi eine Art von Bestimmung. Der Lauf des Sprachgebrauchs ohne Losentscheid. Eine wundersame Anordnung ohne Vorsehung.
Ist ›quasi‹ jetzt ein Nebelwort? Ich würde meinen mitnichten. [Manche Nichten und Neffen werden mir da zustimmen, insbesondere diejenigen, für die eine Verwandtschaft mit mir einem Albtraum gleichkäme.] ›Quasi-Experten‹ sind jederzeit herzlichst eingeladen, um mich mitsamt meiner Quasi-Unkenntnis eines besseren (oder schlechteren) zu belehren. Die übermäßige Nutzung von Nebelwörtern ist dabei ausdrücklich erwünscht; respektive wird ein derartiges Vorgehen stillschweigend vorausgesetzt.

– Dienstag, 13.10.2026 (gespeichert um 21:45 Uhr) –


Gestern am frühen Morgen, etwa eine halbe Stunde nach dem Sonnenaufgang, war es erstaunlich neblig. Was für ein Zufall. Als ich an einer Ampel stand, schoss ich ein Bild. Natürlich war ich nicht mit meinem Verbrenner unterwegs und nahm das eigene befremdliche Mobiltelefon mit Kamerafunktion zu keiner Zeit in die Hand. Ich habe, um die Wahrheit zu biegen und ein wenig zu schwindeln, ein selbstfahrendes Auto und kann beim Asphalt-Cruisen tun und lassen, was ich währenddessen will. Dergleichen schaut die Welt von morgen aus, selbst wenn Nebel unter Umständen entweder quasi permanent manifest ist oder man diesen Wetterzustand lediglich noch aus Erzählungen beziehungsweise Überlieferungen kennt. Doch lassen wir die düsteren – oder vielmehr nebeligen – Dystopien in einer utopischen Welt. Wobei, ... eine, explizit für heterosexuelle Männer, wundervoll geile Vorstellung wäre eine Zukunft, in der Frauen aufgrund der ständig vorherrschenden angenehmen Wärme. ohne jegliche Gefahr einen Sonnenbrand zu erleiden, keine Kleidung mehr tragen müssten und es aufgrund des Drangs nach Gleichberechtigung auch nicht tun würden. Ob in einer solch fiktiven Realität Männer letztendlich die überwiegende Nacktheit bevorzugen würden, weiß man nicht. (Eine) Frau weiß das besser. Formulierungen mit dem Wörtlein ›man‹ sind im Übrigen stillschweigend nebulös; man benutzt ›man‹ wahnsinnig häufig, egal ob ›man‹ ein Mann oder ob ›man‹ eine Frau ist. Obwohl: ›Man‹ weiß so gut wie nie, wer ›man‹ ist. Das ist irgendwie ziemlich blöd, vor allem dann, wenn es niemanden stört, es keiner hinterfragt, alleinig in den seltensten Momenten. Beispielsweise im Falle einer Uneindeutigkeit, die auf einen selbst zurückgeworfen werden kann, sprich: Wenn man persönlich ein Teil der dubiosen ›man‹-Gruppe sein könnte, zu der ›man‹ aber partout keine Zugehörigkeit verspürt. Ohne  den geringsten Zweifel sagt man geläufig einer ›man‹-Floskel massiv Charisma nach. Ich denke, ›man‹ darf stark davon ausgehen, dass diese oder andere ›man's‹ in den vielen kurzen Jahren der einheitlichen deutschen Sprache bereits Bände gesprochen haben. Deswegen die Frage: Warum sollte ich länger oder gar tiefgründiger darüber nachdenken? Ein Meer an Text, das mit großen und weiten Passagen von Aussagelosigkeit absolut kein Problem hat, ist der Anstrengung beileibe für mich und später für die bedauernswerte Leserschaft nicht wert. Teleologisch schlecht durchdachtes Zeugs ist ein Ladenhüter unter den Groschenromanen. Genau. Muss man wissen! Und nix. Kein Punkt. Kein Doppelpunkt. Keine Erläuterung. Ein schlichtes ›genau‹ hat zu genügen.

– Mittwoch, 14.10.2026 (gespeichert um 22:42 Uhr) –


Genau. ›Genau‹ ist das verkommenste Wort der jüngsten Sprachveränderungsepoche, die ich mal auf flache fünf oder sechs Jahre bemessen möchte. Das ist sicherlich nicht exakt und definitiv unpräzise, denn es ist eine grobe und darüber hinaus subjektive Schätzung (meinerseits). Gefühlt umfasst der Bedeutungswandel jenes Füllwortes eben eine halbe Dekade. Und das macht es für mich, fürs Hier und Heute, zu einer mirakulösen Steilvorlage. Im Grunde ist ›genau‹ im Herzen seines Daseins zu einem inflationär einzusetzenden Nebelwort verkommen. Der neue Pausenfüller, der Nachfolger des Klassikers ›äh‹. Wie schon bei ›quasi‹ muss ich mich an der Stelle extrem zügeln, um ja keine Namen von bekannten Personen zu droppen, die den Einsatz eines ›genaus‹ wie selbstverständlich in ihr Alltagspalaver integriert haben. In Wahrheit zermalme ich mir just den Kopf, ob ›genau‹ (mittlerweile) als Adverb häufiger verwendet wird als in seiner ursprünglichen Bestimmung eines Adjektivs. Bei ›quasi‹ war (und ist) die Sachlage klar; bei ›genau‹ verschwimmen die Grenzen – und es sieht wahrlich nicht gut aus.
Für mich sieht es indes quasi super aus. Genau(er) betrachtet: mitunter ausgezeichnet, denn ich habe mich gerade entschieden, diesen WiP—4DoW mit den nächsten Sätzen sang- und klanglos zu einem unwürdigen Ende zu bringen. Für/auf ein Fazit: Streng genommen fand ich auf meiner 4-Tages-Reise ein Nomen mit morphologischer Struktur – das Schicksal, zusammengesetzt aus ›schick‹ und ›sal‹. Dazu das unpersönliche Pronomen ›man‹; und ›quasi‹ sowie ›genau‹ hatte ich ja schon grammatikalisch angeschnitten. Das reicht mir. Genau. Ende. Ein ›Quasi-Ende‹. Die Uhr tickt. Sieben Minuten verbleiben noch, um den letzten Tageseintrag zur exakt gleichen Zeit zu speichern, wie das erste Absätzchen. Pfeifend gehe ich mal die Nase pudern, als Ohrwurm soll mir ein Weihnachtslied dienen. Wie wäre es mit Jingle Bells? Brillante Idee! Finde ich. Das wird die Minuten zu Sekunden verwandeln. Hoffe ich. Man weiß es nicht. Logisch geht anders.
Ach, was soll der Scheiß! Schluss! Ende. Aus. Micky Maus. Jawohl, Tirol! Jawoll, Protokoll! Lang und schmerzhaft wollen die Wenigsten. Jo. Deshalb: Now! Genau.

– Donnerstag, 15.10.2026 (gespeichert um 23:44 Uhr) –


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* Stimmt nicht – hier ist ein (Direkt-)Link, der irgendwann, eher früher als später, ins Nirwana verduftet:
** Empfehlenswertes Video (für die Ewigkeit?) vom YouTuber ›Hineingestolpert‹:

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