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Kevin Scott Cash

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Manchmal stelle ich mir kindliche Fragen. Gelegentlich plaudere ich sie auch aus. Oft nehmen mich meine Mitmenschen dann nicht für voll. Meistens pflichte ich ihnen bei. Aus Anstand jedenfalls. Selten bleibe ich jedoch still. Häufig hake ich nach. Das kann mitunter nervig wirken. Der irrwitzige Gedanke übermannt mich in solchen Momenten. Ich arbeite daran. Die einzige Lösung, die stets zu einem Erfolg führt, ist das Schweigen. Das macht mich aber nicht glücklich. Deswegen will ich heute einmal eine der stillen Fragen kurzerhand niederschreiben. Wenn es wem zu dumm ist/wird, (dann) kann ja jederzeit aufgehört werden zu lesen. Ich meine, das klingt sportlich fair.

Als ich mir jüngst ein neues Portjuchhe leistete, das ein altes Erbstück meiner Großmutter väterlicherseits in den wohlverdienten Ruhestand beförderte, war es mal wieder so weit. Die Frage, die gleich folgt, war für mich nicht neu; erstmals stellte ich sie mir in der Kindheit. Damals verkaufte mir ein Freund einen solchen Artikel bei einem Haus- und Hofflohmarkt. Sinnigerweise schrieb er den verlangten Wert mit Kugelschreiber auf das adrette Etwas. ›1,- DM‹ stand da. Steht heute noch drauf. Ich glaube, das Teil liegt wie eh und je lagernd bei mir in irgendeinem Umzugskarton. Suchen werde ich nicht danach. Beschreiben könnte ich es. Das ginge sogar ziemlich einfach. Eigentlich. Tatsächlich wird es schwer ins Detail zu gehen, ohne dabei auf die Titelei näher einzugehen. Obwohl, selbst das wäre sicherlich leicht zu umgehen. Fakt ist: Jeder weiß mittlerweile ohnehin schon – oder womöglich bereits –, um was es geht/gehen soll. Deshalb will und werde ich nicht weiter um den Rohkost-Kaltbrei plaudern. Geduld ist eine Tugend, die ich nicht bei jedem Gegenüber einfordern darf. Gerade eben bei meinem (vielfach absurden) Geschreibsel sucht und sinnt man in aller Regel vergebens nach einem Spannungsbogen. [Für jenen Satz habe ich lange überlegt und ihn mehrmals ›umgedichtet‹ – bestimmt eine Minute lang. Ich finde, er liest sich in der Endfassung überzeugend an.] Deshalb hier die Frage, die ich mir neuerdings, neulich und unlängst abermals stellte:

Warum muss man sich eine Geldbörse kaufen?

Hört sich blöd an? Mag sein. Hätte ich sie laut geäußert, wäre ich wohl geneigt dazu gewesen nachzubohren, natürlich vorausgesetzt einer Reaktion darauf. Ein Beispiel für meine Beharrlichkeit könnte so ausfallen:

Weshalb bekamen Bürger bei der Einführung von Münzgeld keinen Beutel umsonst (zur Verfügung gestellt), um dort (drin) die Zahlungsmittel aufzubewahren?

Der Nachsatz, mitsamt der unnötigen Erläuterung – das ist der Angelpunkt der Qual. Er ist lästig wie ein Kropf und obendrein eine Bloßstellung. Als ob der Gesprächspartner nicht wüsste, für was man eine Monetentasche verwendet. Um den historischen Hintergrund der Geldeinführung haben sich allerdings die Wenigsten ein fundiertes Wissen angeeignet. Leute meines Schlages benutzen das als eine Art (von) Joker, nicht um vom Thema abzulenken, sondern um die im eigenen Hirn vorliegende und verankerte Information weiterzugeben. Ich kann nur für mich sprechen, doch ich halte ein derartiges Vorgehen für enorm wichtig. Richtig ist es beileibe nicht, denn es wirkt protzig. Protzig ist das falsche Wort. Angeberisch trifft es eher. Arrogant oder gar herablassend, das mag zu hart sein, selbst für ein vorschnelles Urteil; trotzdem verhielte sich ein solches Wording wie ein entschuldbarer Schnellschuss. Ich hoffe, meine kleinen Schwächen sind ebenso verzeihlich.

Auf die Frage – wie lautete sie gleich noch? – gibt es freilich keine brauchbare, zumindest keine ultimative Antwort, lediglich kluge Erklärungen, Ansätze und/oder wilde Thesen; letztere dann allenthalben zu Haufe. Schön wäre es aber schon irgendwie, wenn eine Regierung eines kleinen Landes, mit wenig Einwohnern und viel Vermögen, auf den Gedanken käme, jedem Neubürger (ob von Geburt an oder nach Zuwanderung) ein kostenloses Portemonnaie zur Verfügung zu stellen. Ein Wunschtraum? Nein. Woher denn? Das ist ein Träumchen, auf das es sich lohnt hinzuarbeiten. Wünschen braucht man sich das nicht. Wünschen ist doof. Übergroße und klobige Geldbörsen sind allemal staubtrocken, hingegen smarte Mini-Wallets sich charmant entfalten. Dieses Statement wollte ich jäh mal droppen lassen – nice, dass es mir so zusammenhanglos gelang.

2½ Sätzchen zur Überschrift [zum Schluss]:
›Kevin Scott Cash‹ ist der Name des neuen Juwels (in meiner Hose, in einer meiner Taschen, in den eigenen Händen, ...), angelehnt an den Wrestler Kevin Scott Nash. [I'm really not creative—I know.] Als langjähriger Trekkie Trekker nenne ich das werte Ding liebevoll ›Scotty‹ – und ich denke, das muss ich nicht ausgiebiger erläutern, ob an der oder an anderer Stelle.

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